Staatssekretärin zu Gast in Lemwerder

Lemwerder in seiner Ganzheit beschäftigt sich sehr intensiv und vehement mit der Erhöhung der Hochwasserschutzwände entlang der Fähre und der Werften. Auf Initiative der Vorsitzenden der SPD Kreistagsfraktion Karin Logemann war jetzt die Staatssekretärin des Wirtschaftsministeriums Frau Daniela Behrens in Lemwerder zu Gast.

Staatssekretärin Daniels Behrens (2. v. re.) mit Lemwerders Bürgermeisterin Regina Neuke, dem ehemaligen Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann, SPD-Unterbezirksvorsitzender Karin Logmann und Dr. Erich Bischoff, Vorstandsmitglied von Abeking & Rasmussen. (v. li.)

In einem Gespräch mit Lemwerders Bürgermeisterin Regina Neuke, dem ehemaligen Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann, Dr. Erich Bischoff, Vorstandsmitglied von Abeking & Rasmussen und Karin Logemann erörterte die Runde die Situation entlang der Weser.

Bürgermeisterin Neuke erläuterte die bisherigen Planungsabschnitte. Gegenübergestellt werden die sogenannte „Polderlösung“, hier wird entlang der Wasserlinie ein erhöhter Hochwasserschutz gebaut. „ Das ist das, was wir favorisieren, so Neuke. Daneben werde die „Einzeleindeichung“ geprüft, eine Insellösung, die nicht nur teuer, sondern auch uneffektiv ist, waren sich Neuke, Bischoff und Beckmann einig. „Vollkommen unrealistisch, wenn und um die Werften Hochwasserschutzwände gebaut werden müssen, während in einem Ernstfall, die Straßen voller Wasser laufen würden“, machte Dr. Bischoff seinem Unverständnis über solche Planungen Luft.

„Die Verhandlungen verliefen zunächst sehr positiv, gerieten dann allerdings im Januar 2012 ins Stocken. Das Problem ist nach wie vor nicht gelöst“, erklärte die Bürgermeisterin.

Das sich die an der Weser liegenden Unternehmen an den Investitionskosten, hier steht eine Gesamtsumme von 20 Millionen Euro im Raum, beteiligen müssen, sei vollkommen klar, bestätigte Bischoff. Hier müsse der Schulterschluss geübt werden zwischen Land, Unternehmen und Gemeinde.

Die Staatssekretärin zeigte sich hervorragend informiert. „Was wir benötigen ist ein kluges Küstenschutzkonzept. Wir müssen der Siedlung, den Menschen und den Werftstandorten helfen, die gemeinsamen Interessen bündeln. Hochwasserschutz ist, bei zunehmend extremen Wetterlagen und einem prognostizierten Anstieg der Meeresspiegel, existenziell“, sagte sie.

Mit einer Überflutung des Poldergebietes müsse durchaus gerechnet werden, so die Bürgermeisterin. Bei „Xaver“ habe nicht mehr viel gefehlt und das Wasser wäre über das Hubtor an der Fähre gelaufen. „Wären die Stände so aufgelaufen, wie prognostiziert, dann hätten wir uns mit genau einer solchen Situation konfrontiert gesehen“, so Neuke kopfschüttelnd.Nach der Zeitschiene gefragt, reagierte sie dann auch prompt: „Wir müssen dringend reagieren, die Zeit ist hier nicht für uns“.

Die Staatssekretärin sagte zu, sich umgehend mit dem Umweltministerium in Verbindung zu setzen. An diesem Projekt sind gleich mehrere Ministerien beteiligt, hier gelte es zu zielführenden Absprachen zu kommen. Bereits im März will sie zu einem gemeinsamen Termin ins Ministerium einladen, um dort die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Ob es zu Einsparmöglichkeiten durch die Gesamtlösung und damit zu einer „Win-Win-Situation“ für alle kommen könne, gehöre umgehend auf den Prüfstein. Gemeinsam mit dem Umweltministerium, dem NLWKN, der Gemeinde und mit den Werften müsse die Lösung erarbeitet werden. „Die Menschen brauchen Schutz und Sicherheit und die Werften benötigen Entscheidungen und Investitionssicherheit“, so Karin Logemann abschließend.