Interkommunaler Informationsaustausch zwischen benachbarten SPD-Kreistagsfraktionen

Regelmäßig treffen sich die SPD-Kreistagsfraktionen aus dem Ammerland, aus Friesland und aus der Wesermarsch zu einem Interkommunalen Informationsaustausch. „Ziel dieser Treffen ist es neue Möglichkeiten für eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit auszuloten und gemeinsam über Projekte und Vorhaben zu sprechen,“ so Karin Logemann, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion.

Vor dem Trainingszentrum für die Schiffsmechaniker die drei Fraktionen.

Sie begrüßte am vergangenen Montag 45 Gäste, darunter auch der Landrat aus Friesland Sven Ambrosy, den stellvertretenden Landrat aus dem Ammerland Rüdiger Kramer und die stellvertretenden Landräte aus der Wesermarsch Heidi Brunßen und Karl-Heinz Ranft, sowie den ersten Kreisrat Hans Kemmeries, im Braker Kreishaus.

In ihren Beratungen kamen die Abgeordneten abschließend überein, dass es unter anderem bei drängenden politischen Themen kreisübergreifende Antworten geben könne. Explizit behandelt wurden hier die Gesundheitsregion, die Breitbandversorgung, die Rohrfernleitung zur Entsorgung der Salzwässer aus dem hessisch-thüringschen Kalirevier in Nordesse/ Jade, sowie die Jade Bay-Region. Auch die Neuaufstellung der Raumordnungsverfahren in Friesland und in der Wesermarsch wurden angesprochen.

„In Regionen denken“, ist die Maxime, waren sich die Teilnehmer des Treffens einig. „Unsere Landkreise haben unglaublich viel Potenzial und viel zu bieten, wir müssen uns viel, viel selbstbewusster vermarkten“, zog Landrat Ambrosy Bilanz. „Es werde immer deutlicher, dass wir nur dann auf Dauer erfolgreich sein können, wenn wir uns als gemeinsamen Wirtschafts-, Kultur- und Lebensraum verstehen.“ „Unsere zentrale Aufgabe ist es unsere Region für Familien und junge Menschen, sowie für die Wirtschaft attraktiv zu machen, ohne dabei den demografischen Wandel aus den Augen zu verlieren,“ ergänzte Karin Logemann.

Ein Kernthema bei den Diskussionen war die dringend erforderliche flächendeckende und haushaltsscharfe Breitbandversorgung. „Weiße Flecken“ sind ein Standortnachteil. Heute ist eine gute Breitbandversorgung ein Grundversorgungsbestandteil, der ländliche Raum darf hier nicht abgehängt werden, waren sich die Abgeordneten einig. Es müssen Gespräche mit Versorgern geführt und Fördermöglichkeiten gesucht werden.

Einig waren sich auch alle, die „Salzpipeline“, die aus Hessen über eine 500 km lange Strecke ihre „Salzfracht“ in die Nordsee transportieren soll, abzulehnen. Es sei davon auszugehen, dass es erhebliche Auswirkungen auf das Weltnaturerbe Wattenmeer und die Verteilung der Salzfrachten durch die Tiden zu erwarten sind, so der Tenor.

Gewinnung von medizinischen (Nachwuchs-) Fachkräften, um eine hausärztliche und gute pflegerische Versorgung sicherzustellen, Anbieter und Anbieterinnen aus dem Gesundheitsbereich stärker untereinander, auch mit nichtärztlichen Gesundheitsberufen zu vernetzen, Vertragsärzte zu entlasten, dass sind einige der Ziele die die Gesundheitsregion Niedersachsen verfolgt. „Auch in diesem Bereich wäre eine landkreisübergreifende Kooperation denkbar,“ so Ambrosy.

Nach den intensiven Diskussionen, sowie ersten Verabredungen für die weitere Arbeit, fuhren Gastgeber und Gäste zum Maritimen Kompetenzzentrum nach Elsfleth. Hier gab es interessante Führungen und Erläuterungen durch und über das Offshore Trainingszentrum und das Schiffsmechanikerzentrum. Beeindruckt waren die Gäste von der vielfältigen Ausbildung der Schiffsmechaniker und natürlich von den Offshore Trainingsmöglichkeiten und der Kransimulation.