Bis zu eintausend Arbeitsplätze hängen an der Bleihütte

Bild vom Treffen der SPD-Stadtratsfraktion mit dem Betriebsrat

Die Berichterstattung zur Bleihütte in den vergangenen Wochen veranlasste die SPD-Stadtratsfraktion zu einem Treffen mit dem Betriebsrat (BR) des Unternehmens. Am 18. Mai traf sie sich daher im „Kasino FAH“ mit Cebrail Demir, Stefan Dannemann, André Werremeyer, Stephan Böning sowie Karim Zakaria von der Jugendauszubildendenvertretung (JAV).

„Wir sind froh, dass die Übernahme aller 330 Beschäftigten zum 1.7. über die Bühne gehen wird“, bekräftigte der Betriebsratsvorsitzende Demir gleich zu Beginn des Gesprächs. Dies seien wichtige Arbeitsplätze, da ein sehr großer Teil der Belegschaft wohnt in Nordenham. „Wenn wir alles im Umfeld der Hütte dazu zählen, kommen wir sogar auf gut eintausend Beschäftigte.“

Demir berichtete, dass die Übernahme schon früher stattfinden können, wenn es aus dem Landkreis früher Bekenntnisse zum Standort gegeben hätte. Streitpunkt waren hier vor allem die Altlasten. „Außer Glencore war niemand für eine Übernahme in Sicht – da hätten wir uns anfangs mehr Unterstützung gewünscht. Das Einlenken des Landrats kam gerade noch rechtzeitig“, so Demir.

Im Kampf um die Hütte war auf Sozialdemokraten Verlass

Diese frühzeitige Unterstützung kam von Umweltminister Olaf Lies, Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag, Landtagsabgeordneten Karin Logemann und Bürgermeister Carsten Seyfarth (alle SPD). Die endgültige Übernahme soll dem Vernehmen nach nun Anfang Juli stattfinden. Edeltraut Spreen von der SPD-Stadtratsfraktion lobte den Einsatz des Betriebsrates beim Sanierungstarifvertrag und lobte insbesondere BR und JAV für die Übernahme der derzeitigen Auszubildenden. „Diese sind bei Übernahmen oft die ersten die gehen müssen“, konnte sie aus ihrer langjährigen Arbeit für die IG Metall berichten.

Haltung der Landwirte stößt auf Unverständnis

Überrascht zeigten sich die BR-Mitglieder von der Berichterstattung der vergangenen Wochen zur Bleibelastung – und die Verweigerung der Landwirte mit Glencore-Vertretern zu verhandeln. „Die Aussagen einiger Landwirte lösen bei uns Kopfschütteln aus. Glencore hat sogar angeboten, in einem neuen Vertrag rückwirkend Zahlungen für Futter- und Düngemittel aus der Insolvenz zu übernehmen. Zusätzlich wird ein Altlastenfonds von 10 Millionen eingerichtet. Damit stehen die Landwirte besser als je zuvor da. Es scheint so, als würde es den Landwirten nur ums Geld gehen. Während einer Betriebsübernahmen gefährden solche Aktionen unsere Arbeitsplätze. “, erklärt Demir. Zudem stellte er klar: „Die heutigen Bleiwerte sind schon deutlich niedriger als noch vor 20 oder 30 Jahren. Zudem will Glencore kräftig in den Umwelt- und auch Arbeitsschutz investieren.“ So sollen beispielsweise neue Filteranlagen und Überdachungen die Staubbelastung reduzieren. Darüber hinaus soll die Bleiproduktion künftig zunehmend durch den Einsatz und die Gewinnung anderer Edelmetalle deutlich gesenkt werden. „Dadurch sinkt natürlich auch die Bleibelastungen deutlich“, so Demir.

Abschließend erklärten beide Seiten zukünftig häufiger in Austausch zu treten und enger zusammen zu arbeiten. So erklärte der Fraktionsvorsitzende Uwe Thöle: „Wir stehen Seit an Seit mit euch und den Gewerkschaften zusammen für gute und sichere Arbeitsplätze in Nordenham.“